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28.05.2026  00:00  |  Teilen
Die Hindernisse für den Frieden in Europa
sind nicht die, die man gemeinhin annimmt

Der am 15. August zwischen den Präsidenten Donald Trump und Wladimir Putin geschlossene Kompromiss hat in der Ukraine noch immer keine konkreten Ergebnisse gebracht. Das liegt daran, dass die Hindernisse nicht diejenigen sind, mit denen die Vereinigten Staaten gerechnet hatten. Die Ukraine spielt nicht mit, während Deutschland und das Vereinigte Königreich den Krieg wollen.
- Präsident Donald Trump hat vor seinem Amtskollegen Xi Jinping anerkannt, dass dieser ihm ebenbürtig ist. Seit dem Zweiten Weltkrieg hielt... [Quelle: voltairenet.org]  JWD

sich jeder US-Präsident für überlegen, weil er der Mächtigste und Reichste war.

Von Thierry Meyssan  |  Quelle: Voltaire Netzwerk  |  Paris (Frankreich)  | 26. Mai 2026
 

 
Screenshot  |  Quelle: voltairenet.org

 
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us chinesischer Sicht hingegen betrachtet sich Xi Jinping nicht nur als Donald Trumps Ebenbürtigen, sondern als jedem seiner Amtskollegen ebenbürtig. Ein Chinese glaubt nicht, dass der Besitz größerer Mittel einen Menschen zu einem überlegenen Menschen macht.

Dieses Konzept einer Hierarchie zwischen Nationen ist rein westlich. Daher sollte die Entwicklung des US-Präsidenten nicht interpretiert werden, ohne sie mit der Kultur des jeweiligen Betrachters in Verbindung zu bringen.

In der folgenden Woche reiste der russische Präsident Wladimir Putin seinerseits nach Peking. Westliche Kommentatoren behaupteten, der Russe sei die Geisel des Chinesen. Auch hier zeigt sich, dass westlichen Kommentatoren die russisch-chinesischen Beziehung überhaupt nicht verstehen. Sie sind nicht das Ergebnis ihrer jeweiligen Interessen, sondern ihrer Geschichte. Von der Plünderung des Sommerpalasts bis zum Versuch der Nazis, die Slawen auszurotten, hat jeder der Beiden erfahren, wie sich die Westmächte verhalten. Sie sind zu dem Schluss gekommen, dass sie ihnen nur widerstehen können, wenn sie vereint bleiben. Es ist daher absurd, an eine Wiederholung dessen zu denken, was Richard Nixon und Henry Kissinger 1972 getan haben: die beiden Staaten voneinander zu entkoppeln.

Auf dem Gipfeltreffen in Anchorage am 15. August 2025 erwogen Donald Trump und Wladimir Putin, Geschäfte zwischen ihren beiden Ländern zu tätigen und Frieden in der Ukraine zu schließen. Trotz mehrerer Versuche gelang dies Washington nicht, da es zunächst Waffen an die Europäer verkaufen wollte. Heute scheint dies deutlich schwieriger zu sein, und die Europäer beginnen damit, sie selbst herzustellen.

Präsident Trump hat daher begonnen, seine Truppen aus Europa abzuziehen und den Krieg aufzugeben, den das Pentagon auf Transnistrien und Bosnien-Herzegowina ausweiten wollte. Er kündigte an, mindestens 5.000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Wladimir Putin hingegen verfügte, dass er jedem erwachsenen Transnistrier, der dies beantragt, die russische Staatsbürgerschaft verleihen werde. Schließlich entzog Donald Trump dem Hohen Kommissar der Europäischen Union, der Bosnien-Herzegowina unter Verletzung des Dayton-Abkommens (1995) verwaltete, seine Unterstützung. Gleichzeitig organisiert sein ehemaliger nationaler Sicherheitsberater, General Michael Flynn, US-Investitionen im serbischen Teil von Bosnien-Herzegowina.

Diese Ereignisse lassen vermuten, dass die Vereinigten Staaten einen Frieden in der Ukraine befürworten, der ganz Novorossia als russisch anerkennt. Dies ist historisch und kulturell gerechtfertigt, wird aber nur durch die Durchführung eines Referendums über die Selbstbestimmung möglich sein. Derzeit streben die russischen Streitkräfte keine Befreiung von Odessa an. Der Friedensvertrag könnte jedoch zu dieser Anerkennung führen.

Auch hier gilt, dass die Schwierigkeiten – im Gegensatz zu unseren Annahmen – nicht dort liegen, wo wir sie vermuten.

Die drei wichtigsten sind nun:

1) die Erkenntnis des nationalsozialistischen Ideologiecharakters der derzeitigen Regierung in Kiew und die Entnazifizierung der Ukraine;

2) die Erkenntnis des antidemokratischen Charakters der deutschen Wiedervereinigung und die Unabhängigkeit Ostdeutschlands;

3) die Erkenntnis der antirussischen Obsession des Vereinigten Königreichs und die Auflösung der Europäischen Verteidigungsunion, bevor diese endgültig gebildet wird.

Die Ukraine

Auch wenn der Westen weiterhin davon überzeugt ist, dass die russische Intervention in der Ukraine ein Annexionsversuch und der Beginn einer Expansion Russlands nach Westen sei, hat Moskau seinen Nachbarn nie überfallen, sondern lediglich die Resolution 2202 umgesetzt, für die es vor dem Sicherheitsrat gebürgt hatte.

Zu behaupten, Russland habe die Ukraine überfallen, ist genauso dumm wie zu sagen, Frankreich habe Ruanda überfallen. Wir wissen, dass Russland in Anwendung einer Resolution des Sicherheitsrats eingegriffen hat, um einem Völkermord ein Ende zu setzen (für den es teilweise verantwortlich war).

Die derzeitige ukrainische Regierung ist illegitim. Die Amtszeit von Präsident Wolodymyr Selenskyj ist längst abgelaufen. Alle drei Monate verlängert er den Ausnahmezustand, der keinen anderen Zweck hat, als die Abhaltung von Neuwahlen zu verhindern. Sein jüngster Erlass in dieser Angelegenheit verlängert den Ausnahmezustand jedoch vom 2. Mai bis zum 4. August. Zu diesem Zeitpunkt wäre es möglich, einen Wahlkampf und eine Wahl zu organisieren. Allerdings müssten die Wählerverzeichnisse bereinigt werden, da dort immer noch die auf dem Schlachtfeld gefallenen Soldaten und die geflohenen Zivilisten aufgeführt sind. Niemand hat eine Vorstellung von ihrer Zahl, aber sie könnten zwischen einem und zwei Dritteln der registrierten Wähler ausmachen.

Die Werchowna Rada (das Parlament) ist ebenso problematisch. Nur ein Drittel der Abgeordneten nimmt an den Sitzungen teil. Die von ihr verabschiedeten Gesetze sind daher von zweifelhafter Legitimität. So hat sie beispielsweise die Vernichtung von hundert Millionen Büchern beschlossen – mit der Begründung, dass sie von russischen Autoren signiert oder in Russland gedruckt worden seien, ohne dabei zwischen zeitgenössischen Werken und Klassikern der Literatur zu unterscheiden. Ebenso hat dieses Parlament die größte Kirche des Landes und sämtliche Oppositionsparteien verboten. Im Übrigen gibt es direkt im Gebäude der Rada ein Büro der CIA, das alle Gesetze vorbereitet. Die anwesenden Abgeordneten begnügen sich damit, diese zu verabschieden.

Russlands oberste Forderung ist die Entnazifizierung der Ukraine. Dies erklärte Präsident Putin bei der Einleitung seiner „militärischen Sonderoperation“. Aus russischer Sicht ist dies nicht verhandelbar. Denn was die Identität der Russischen Föderation ausmacht, ist nicht die Erinnerung an Katharina die Große, sondern die Erinnerung an den Kampf der Sowjets gegen den Nationalsozialismus. Diese Ideologie sah vor, die gesamte slawische Bevölkerung (jedoch weder die jüdische noch die Roma-Bevölkerung) zu vernichten, wie in „Mein Kampf“ dargelegt. Auch wenn wir uns dessen im Westen nicht bewusst sind: Der Zweite Weltkrieg wurde nicht geführt, um den Holocaust zu verwirklichen, sondern um die slawische Bevölkerung zu ermorden.

Die illegitime Regierung des nicht gewählten Präsidenten Selenskyj lehnt jedoch jegliche Maßnahmen zur Entnazifizierung ab. Derzeit gibt es eine Vielzahl von Denkmälern zu Ehren der Nazis und ihrer Kollaborateure, der „integralen Nationalisten“. Die Geschichte der Ukraine wurde von ihnen nach dem Zweiten Weltkrieg mit Hilfe des britischen MI6 und der US-amerikanischen CIA vollständig umgeschrieben. Diese Propaganda zielt darauf ab, glauben zu machen, dass die „Banderisten“ gegen die Nazis gekämpft hätten, was absolut falsch ist. Nein: Die Banderisten waren Nazis.

In der Überzeugung, dass es niemals eine Entnazifizierung geben wird, planen die „integralen Nationalisten“ derzeit den Bau eines Pantheons zu ihrem Ruhm. General Kyrylo Budanov, Leiter der Präsidialverwaltung, organisierte am 28. März die Rückführung der sterblichen Überreste von Verbrechern gegen die Menschlichkeit, die während des Kalten Krieges weltweit beigesetzt worden waren. Bereits jetzt haben Rob Jetten und Luc Frieden, die Ministerpräsidenten der Niederlande und Luxemburgs, der Überführung der Leichen des Faschisten Jewhen Konowalets und des Nazis Andrij Melnyk zugestimmt.

Deutschland

In unserer Vorstellung ist Deutschland ein demokratischer Staat, dem 1990 die Wiedervereinigung gelungen ist. Doch wie Dmitri Medwedew, Vizepräsident des Sicherheitsrates der Russischen Föderation, soeben veröffentlicht hat, ist die Wiedervereinigung nur eine Illusion. Die Westdeutschen haben die Ostdeutschen nie nach ihrer Meinung gefragt. Nach internationalem Recht ist die Wiedervereinigung nicht gültig.

Die Bundestagswahlen von 2025 brachten in der ehemaligen BRD und der ehemaligen DDR unterschiedliche und gegensätzliche Ergebnisse zutage. Die Westdeutschen wählten die CDU oder die SPD, während die Ostdeutschen für die AfD stimmten. Dies ist übrigens der einzige Grund, warum die beiden erstgenannten Parteien als „demokratisch“ und die dritte als „rechtsextrem“ eingestuft werden.

Bundeskanzler Friedrich Merz (ein Christdemokrat) hat jedoch eine umfassende Unterdrückung all jener fortgesetzt, die seine Macht in Frage stellen und als „Verschwörungstheoretiker“ bezeichnet werden. Mit Unterstützung des Münchner Verfassungsschutzes (einer Zweigstelle der Bundesbehörde, in der nach dem Krieg zahlreiche Verantwortliche der Reichspolizei untergebracht waren) ließ er mehrere Medien verbieten und Journalisten inhaftieren.

Gleichzeitig baut Deutschland seine Armee nach und nach wieder auf, wobei es sich auf die finanzielle Unterstützung des Vereinigten Königreichs stützt – genau wie sein Vorgänger, Reichskanzler Adolf Hitler, die deutsche Armee mit Hilfe des Gouverneurs der Bank of England, Lord Montagu Norman, wiederaufgebaut hatte. Er hat die Wehrpflicht für Männer wieder eingeführt und fordert jeden Freiwilligen auf, Berlin zu benachrichtigen, bevor er in den Urlaub ins Ausland fährt.

Deutschland baut zudem seine Rüstungslobby wieder auf, diesmal mit europäischen Geldern.

Es bereitet sich auf einen Krieg wie den in der Ukraine vor, obwohl ein Krieg gegen Russland, sollte es dazu kommen, von ganz anderer Art wäre. Egal, die gesamte deutsche Industrie produziert nun ukrainische Drohnen und verkauft sie am Golf gegen den Iran. In diesem Sinne möchte Berlin die Ukraine in die Europäische Union aufnehmen, auch wenn sie die in den Verträgen festgelegten Beitrittskriterien nicht erfüllt: Es würde genügen, einen neuen Status zu schaffen, den eines „assoziierten Mitglieds“, und schon wäre die Sache erledigt. Da man es vermieden hat, die negativen Ergebnisse der Referenden in Frankreich und den Niederlanden von 2005 zur Kenntnis zu nehmen, wäre dies nur eine weitere Entscheidung gegen die Völker.

Friedrich Merz, Enkel eines Nazi-Würdenträgers, kann sich weder vorstellen, dass sein Land nicht mit den ukrainischen „integralen Nationalisten“ verbündet ist, noch dass es diejenigen zur Rechenschaft ziehen könnte, die die Nord-Stream-Gaspipeline sabotiert und den Niedergang der deutschen Industrie herbeigeführt haben.

Das Vereinigte Königreich

Seit dem 19. Jahrhundert betrachtet das Vereinigte Königreich Russland als seinen einzigen Rivalen, nicht nur in Europa, sondern weltweit. Lord Curzon, Vizekönig von Indien, hatte das „Große Spiel“ – die Kolonialisierung Zentralasiens – ins Leben gerufen, um das Russische Reich auszuschalten. Auch heute hat sich die britische Strategie nicht geändert.

London versucht nach wie vor, Moskau als eine obskurantistische Macht darzustellen. Es geht nicht mehr darum, das gefälschte Sinowjew-Telegramm zu erfinden (das es ermöglichte, den Sowjets die Absicht zu unterstellen, in die Wahlen im Vereinigten Königreich einzugreifen), sondern den Eindruck zu erwecken, der Kreml-Bewohner sei ein Verrückter, der ein Passagierflugzeug in der Ukraine zum Absturz bringt und Sergej und Julia Skripal oder Alexej Nawalny vergiften lässt.

Seine neueste Erfindung ist der Angriff auf europäische Flughäfen durch nicht identifizierte Drohnen. Unabhängig davon, was wirklich dahintersteckt, nutzt London die Gelegenheit, um die Nordseestaaten davon zu überzeugen, sich seiner Joint Expeditionary Force anzuschließen, die es gerade in ein Militärbündnis, die „Marines du Nord“, unter seinem Kommando umgewandelt hat. Er hofft, alle Staaten der Europäischen Union und die Türkei dafür gewinnen zu können.

Deshalb tun die erblichen Lords – von denen es noch einige gibt – alles in ihrer Macht Stehende, um Keir Starmer in der Downing Street zu halten. Der Premierminister ist nämlich ein Labour-Politiker, der insgeheim ein Agent des Großkapitals ist: Ohne Wissen seiner eigenen Partei und der Medien nahm er an den Sitzungen der Trilateralen Kommission der Rockefellers teil. Ebenfalls ohne Wissen aller ernannte er Peter Mandelson – einen Komplizen des Kriminellen Jeffrey Epstein – zum Botschafter Ihrer Majestät in Washington.

Wichtig ist, den Anschein zu erwecken, dass das Vereinigte Königreich weder mit dem Staat Israel noch mit der Hamas in Verbindung steht; weiterhin die Tatsache zu verschleiern, dass israelische Generalstabschefs während des Völkermords in Gaza, an dem die britische Armee aktiv beteiligt war, immer wieder heimlich nach Whitehall kamen. Es ist besser, so zu tun, als gäbe es, wie Christian Turner, der Nachfolger von Peter Mandelson, nur einen einzigen Staat, der eine „besondere Beziehung“ zu Washington unterhält, nämlich Israel.

Thierry Meyssan

Autor: Thierry Meyssan  |  Übersetzung: Werner Leuthäusser

Dieser Beitrag ist unter Lizenz der Creative Commons (CC BY-NC-ND)
 

Thierry Meyssan: Politischer Berater, Gründer und Präsident vom Voltaire Netzwerk - Réseau Voltaire. Letztes französisches Werk: Sous nos yeux - Du 11-Septembre à Donald Trump.


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