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05.09.2016  18:00
Das Schweriner Fanal und die Weltsicht der Verlierer
Kommentar - Die AfD hat in Mecklenburg-Vorpommern ein bemerkenswertes Ergebnis erzielt. Die Erklärungen, die dafür von den Medien und der Politik angeboten werden, sind allerdings ein schlechter Witz. Die entscheidende Frage wird gar nicht gestellt: Warum sollte ein systematisch in die Irre geleitetes Volk nicht irrational wählen? [Quelle: makroskop.eu / Heiner Flassbeck]  JWD 
 


Screenshot | Quelle  |  Link geändert 05.03.2026
 

Gestern Abend konnte man wieder einmal beobachten, wie erwachsene Politiker und Medienmenschen stundenlang um den Brei herumreden, weil aus ihrer Sicht etwas vollkommen Unerklärliches passiert ist. Sie nehmen gar nicht mehr zur Kenntnis, dass das Ereignis nur deswegen so unerklärlich ist, weil ihre Sicht der Welt vollkommen verzerrt ist und weil sie Tag für Tag versuchen, den Bürgern eine nur absurd zu nennende Sicht der Welt beizubringen.

Die AfD holt aus dem Stand über 21 Prozent der abgegebenen Stimmen in dem kleinen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern (1,6 Millionen Einwohner). Bei 60 Prozent Wahlbeteiligung sind das etwa 12 Prozent der (wahlberechtigten) Bevölkerung – und nicht 20 Prozent, wie der amtierende Ministerpräsident mehrfach im Fernsehen sagte.

Das, worüber man sich in den „offiziellen Organen“ am meisten aufregt, ist die Tatsache, dass die CDU mit einem Minus von vier Prozent (Wähleranteil im Vergleich zur letzten Wahl) hinter der AfD zurückgeblieben ist. Noch stärker verloren haben jedoch SPD und Linke, die jeweils einen um fünf Prozent geringeren Wähleranteil verbuchten als beim letzten Mal. Grüne und FDP müssen draußen bleiben, was insbesondere für die immer mehr staatstragenden Grünen ein herber Rückschlag ist.

Die AfD verzeichnet erneut einen großen Erfolg, weil die gesamte Konstellation der Probleme, von der sie nach oben gespült wurde, weiterhin unverändert Bestand hat. Da ist zunächst Europa. Man kann es nicht fassen, dass an einem ganzen langen Fernsehabend dieses Wort (soweit ich es jedenfalls gehört habe) nicht einmal fällt. Aber Europa, also insbesondere das Versagen der deutschen und der anderen Regierungen, die Eurokrise zu lösen, ist weiterhin ein gefundenes Fressen für eine national agierende und argumentierende Partei.

Was sollen Menschen wählen, denen praktisch alle Parteien sagen, Deutschland habe alles richtiggemacht, die Sünder seien die anderen? Was sollen Menschen wählen, denen fast jeden Tag – unwidersprochen von der Politik – von einem „Experten“ erzählt wird, der deutsche Steuerzahler werde früher oder später in großem Stil zur Kasse gebeten, weil Südeuropa ein Fass ohne Boden ist? Was sollen Menschen wählen, denen die Politiker und die Medien tagein tagaus erzählen, Deutschland gehe es ungeheuer gut, die aber an ihrer eigenen Lebenssituation feststellen, dass es offenbar die Millionäre im eigenen Land sind, denen es gut geht?  [...]


Nachtrag
vom 05.03.2026
(Automatische Übersetzung mit DeepL, Textquelle:
flassbeck-economics.com)

...Und dann ist da noch das Thema Flüchtlinge. Diese Frage wurde von den Medien schon bis zum Überdruss behandelt und wird nun von Politikern mit einer Unglaubwürdigkeit angegangen, die an Irrationalität grenzt. Es ist möglich, eine Million Flüchtlinge aufzunehmen und sie angemessen zu versorgen. Dies ist jedoch nur möglich, ohne dass es zu schwerwiegenden politischen Konsequenzen kommt, wie wir sie derzeit in Schwerin, der Hauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns, erleben, wenn das politische System Geld auf den Tisch legt. Diese Mittel müssen zwei Zwecken dienen. Einerseits muss sichergestellt werden, dass Asylbewerber schnell in den Arbeitsmarkt integriert werden können, und andererseits muss die deutsche Bevölkerung sehen, dass die Dynamik der Wirtschaft groß genug ist, um ihnen neue Chancen zu bieten. In Berlin hat die Regierungskoalition in beiden Punkten versagt. Sie hat ihre Pflichten vernachlässigt. Dass Sigmar Gabriel nun zugibt, dass dies tatsächlich der Fall ist, aber dennoch keine entsprechenden Konsequenzen zieht, ist lächerlich.

Anstatt vernünftig zu handeln, haben deutsche Politiker monatelang mit der Frage gerungen, ob es eine „Obergrenze” für Asylbewerber geben sollte. Anstatt Geld zu investieren, sonnten sie sich im Glanz des Regierungsüberschusses, der die sinnloseste Errungenschaft seit der Anbetung des goldenen Kalbs ist....

Anstatt Menschen, die aus einer völlig anderen Kultur an unsere Küsten gekommen sind, mit Verständnis zu begegnen, haben die Politiker die Burka zum zentralen Thema der politischen Debatte gemacht, obwohl sie alle froh sind, wenn stark verschleierte Frauen aus den reichen Ölstaaten Geld in teuren deutschen Geschäften ausgeben. Das Schlimmste daran ist, dass statt zu versuchen, die Bedingungen in den Heimatländern der potenziellen Flüchtlinge zu verbessern, der Fokus auf symbolischen Maßnahmen liegt, sodass es den internationalen Organisationen überlassen bleibt, vierzig Jahre lang dieselben Fehler zu wiederholen (siehe hier für ein Beispiel).

Wen sollten Menschen, die vom traditionellen Parteiensystem ausgeschlossen oder zurückgelassen wurden und sich mit Problemen der Welt auseinandersetzen müssen, die ihnen unverständlich erscheinen, wählen? Die Antwort ist einfach: Sie werden eine Partei wählen, die vorgibt, eine sehr einfache, eine sehr klare Antwort zu haben. Das ist ein typisch deutsches Rezept. Es gibt es schon seit Hunderten von Jahren: Isolieren wir uns und kehren wir den Ausländern den Rücken zu, die unsere kleine Welt zu stören scheinen. Die Mainstream-Parteien können der AfD nicht wirklich vorwerfen, dass ihre Forderungen in erster Linie auf der Leugnung des deutschen Versagens in der Europäischen Währungsunion und der Predigt eines harten Neoliberalismus beruhen, wenn sie selbst sich weigern, sich mit der Katastrophe der deutschen Wirtschaftspolitik abzufinden, und ebenfalls verkünden, dass es keine Alternative zum Neoliberalismus gibt.


Screenshot | Quelle  |  Link geändert 05.03.2026

Der Aufstieg der AfD bei den Landtagswahlen

Man kann sich schon denken, was als Nächstes passieren wird: Ab morgen wird alles so weitergehen wie bisher. Es wird eine große Koalition in Berlin und in Schwerin geben. Es wird keine vernünftige Diskussion über die gesamtwirtschaftliche Lage geben. Niemand wird über den Staatshaushalt, die Notwendigkeit öffentlicher Investitionen oder die Lage der Ärmsten und Arbeitslosen in Europa diskutieren. Und nach der nächsten Wahl in zwei Wochen in Berlin wird der Mainstream wieder mindestens einen Tag lang jammern, dass es kein Gegenmittel gegen das Gift der AfD gibt.

Link zum Originaltext bei ' makroskop.eu ' .hier  |  flassbeck-economics.com ..hier

 


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Hochrechnung_Meck_Pomm2016
05.09.2016  |  Quelle: Propagandaschau (verlinkt)

Wahl in Mecklenburg-Vorpommern


 
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